Hawaii #4 Dezember!

„Dienstag, der 1. Dezember, ja es ist Dezember und ja hier sind es minimal 20℃ Außentemperatur – richtig komisch…. Aber gleichzeitig irgendwie auch soo cool!“. Ungefähr so gingen meine Gedanken auf und ab, als ich an meinem 4. Tag auf Hawaii realisierte, dass es bereits Dezember ist und ich auf einer tropischen Insel mitten im Pazifik bin. ^^

Winter verbinden die meisten Menschen ja mit Schnee, Kälte, Weihnachten und Traditionen, wie Plätzchen essen, Weihnachtsbaum schmücken, Christmas Songs rauf und runter hören, natürlich Wintersport, viele Kleidungsschichten, Weihnachtsmärkten und der hektischen „Besinnungszeit“ vor Weihnachten. 😉 Doch Winter und Vorweihnachtszeit auf Hawaii das passt irgendwie nicht zusammen oder? Die Hawaiianer und die Amerikaner haben einen interessanten Konsens gefunden, der sich sehr gut am Beispiel einer Holzfigur beschreiben, die ich an meinem ersten Tag sah. Die Figur stellte einen Weihnachtsmann in Mantel, Hawaii-Blumen-Badehose, Zipfelmütze, mit einem langen Bart und einem Surfboard in der Hand dar. „Superlustig anzusehen aber irgendwie auch sehr komisch“, dachte ich mir. Was ich genau ich so „komisch“ fand, war die Tatsache, dass von den Hawaiianern nicht versucht wird eigene Kultur oder eine eigene Art von Weihnachten zu entwickeln und etablieren, sondern alles, was irgendwie möglich ist von der amerikanischen Kultur zu übernehmen. Und das nur, damit die Amis quasi überall ihr „normales“ Weihnachtsfest bzw. ihre eigene Kultur genießen können.

Mit dieser Einstellung eine fremde Kultur zu unterdrücken, um die eigene durchzusetzen haben die Amerikaner bekanntermaßen ja schon einige Kriege entfacht, aber scheinbar mögen sie es wohl. Gerade ich finde, dass das spannende am Reise ist, neue Kulturen und Menschen kennenzulernen und nicht nur besondere Orte zu entdecken, aber in Hawaii zum Beispiel geht es anscheinend nur darum an Weihnachten in den Pool springen zu können und einen schönen Blick aufs Meer mit und den aus Orlando importierten, ECHTEN Weihnachtsbaum mit den Geschenken zu haben. Selbst auf der Straße findet man überall aufblasbare Weihnachtsbären, Rentiere und Schneemänner und Nachts leuchten die mit roten Lichterketten umwickelten Palmen den Weg zur Mall, damit auch ja kein Tourist vergisst sein Geld dort zu lassen. 😉

Ich mag das alles jetzt alles etwas drastisch und negativ dargestellt haben, aber im Nachhinein finde ich es wirklich schade, dass so einfach, schnell und offensichtlich eine lebendige Kultur zerstört wurde, um von einer bereits bekannten überrannt zu werden… Als ich dort war, habe ich nur meinen Kopf schütteln können und mich gefragt, wie verquer diese Welt doch ist, wenn es günstiger ist Essen wochenlang auf dem Meer, um die halbe Welt zu schiffen, anstatt es selbst anzubauen und oft gelacht, als ich wieder mal einen Weihnachtsbaum auf einem Autodach gesehen habe. ^^

 

Achja ich wollte noch von meinen Erlebnissen an dem 4. Tag in Hawaii erzählen, das hätte ich fast vergessen. Obwohl nein! !ieser Tag wird mir laange unvergessen bleiben, aber wie immer fangen wir am Morgen an, an dem sich meine Gastfamilie nach den Frühstück ein bisschen am Pool ausgetobt hat und ich in meinem Zimmer geblieben bin, um mit meinen Freunden zu schreiben und einfach mal eine Stunde Ruhe von all den Menschen um mich herum zu haben. Das habe ich auch wirklich genossen und hatte, im Gegensatz zu den Tagen davor den ganzen Tag eine richtig gute Laune!

Nach einem frühen Mittagessen machten wir uns auf den Weg an den ersten Strand des Tages. Da für die Kinder so genannte Boogie Boards (auch Body Boards) ausgeliehen wurden, wollten die Kids natürlich unbedingt an einen wellenreichen Strand. Nach einer kurzen Fahrt in den Nachbarort, waren wir dann auch schon da und nutzten jede Welle aus, um uns wie richtige Surfer fühlen zu können, obwohl Surfer wahrscheinlich nicht immer ein so heftiges „Sandpeeling“ bekommen, wie wir es genießen durften, denn wegen den Kinder bleiben natürlich alle am Strand und genossen dort die kleinen, aber starken Wellen, die einen direkt ins Trockene spülen. 😉

Boogie Board Strand

Nach einigen Surfgängen und einem, wie immer, plötzlich beginnenden Regen entschieden wir uns dann auf den Weg zu einem anderem Strand am selben Küstenstück aufzumachen. 5 Minuten Autofahrt später waren wir dann auch schon an einem winzigen, mit Menschen überfüllten Steinstrand angekommen, der im Gegensatz zu den bisherigen Stränden wirklich nicht einladend aussah. Da es auf Kauai sehr viele Sandstrände gibt, verteilen sich die Touris natürlich und meistens hat man mindestens 20 Meter Abstand zu seinem nächsten Nachbarn – also ganz was anderes als die Mittelmeerküste in der Hochsaison. 😉 Dieser zweite Strand hingegen erinnerte mich sehr an eine der vielen “Steinwüsten” an Kroatiens Küste. Doch es gab einen Grund, warum alle dorthin wollten: Schnorcheln. Ich habe mich natürlich gleich auf gemacht, um zu testen, ob die ganzen Reiseführer auch Recht haben und habe das Wunder meines Lebens erlebt! 🙂

Kaum war ich unter Wasser konnte ich unzählige Fische in allen Größen, Farben und Formen sehen, wunderschön und graziös anzusehen in ihrer natürlichen, aber von Flossen-und-Masken-anziehenden-Touristen gestörten Umgebung. Trotzdem stellten die großen Steine im flachen, warmen Wasser die perfekte Umgebung für die vielen verschiedenen Arten und Schwärme von Fischen dar, von denen ich einfach dauerhaft umgeben war! Ich konnte mich einfach nicht satt sehen an all dem bunten Treiben unter Wasser, doch leider musste ich alle paar Minuten auftauchen, da ich eine zu große Maske hatte und mehr Wasser als Luft in meiner Nase hatte. ^^

Gerade das hat mir aber ein noch größeres Wunder, als die Fische beschert, denn ihr konnte so einen riesen Haufen an Menschen in ein paar Metern Entfernung „TURTEL“ rufen hören. Ich habe nicht gezögert und bin direkt dort hin geschwommen. Als ich ankam war ich sprachlos!

Ich war sprachlos!

Einfach sprachlos!

EINE ECHTE MEERESSCHILDKRÖTE SCHWAMM DIREKT VOR MIR!!! Und dazu noch ein richtig großes Prachtexemplar! Wunderschön und ungestört von den mindestens 20 Schnorchlern mit Kameras, Flossen und hektischen Bewegungen, die sie umrundeten, zog sie ihre langen, ruhigen Züge durch das Wasser. Trotz ihres riesigen, plump scheinenden Körpers, war sie sogar relativ schnell im tiefen, rauen Wasser angekommen, in dem ich mich dann entschied mich von ihr zu verabschieden und mit einem riesigen Strahlen in meinem Gesicht zum Strand zurück zu kehren, mit nichts außer einem Bild von diesem wunderbaren Geschöpf in meinem Kopf. 🙂

 

Nachdem die Kinder keine Lust mehr hatten an dem Strand zu sitzen, machten wir uns dann auf den Rückweg ins Apartment. Auf dem Weg dort hin, hielten wir davor noch kurz an einer Art Aussichtspunkt, von wo aus man das „Spouting Horn“ beobachten konnte. Dabei handelt es sich um einen riesigen Lavastein direkt am Wasser, in dessen Höhlen das Wasser hinein fließt und bei starkem Wellengang durch die Löcher an der Oberfläche mit einem Pfeifton hinaus schießt. Sehr lustig zu beobachten und mal wieder ein tolles Beispiel dafür, wofür ich der unvorhersehbaren, in dauerhaften Veränderung befindlichen Natur um uns herum dankbar bin! 🙂

 

Nach diesem langen Tag, habe ich mich sofort, als wir zurück waren daran gemacht Pizza für die Kids in den Ofen zu schieben, denn wenn meine Kids hungrig sind, sind sie einfach unausstehlich – leider. Dank der Pizza ging es ihnen schnell wieder gut, denn die gab es nur, weil Mama und Papa zum Essen ausgingen und wir vier den Abend für uns alleine hatten. Nach dem anschließenden Film, Bett fertig machen und Uno spielen, waren dann auch alle bereit ins Bett zu gehen und gerade zum beginnenden Ich-bin-aber-noch-nicht-müde-Meckern kamen dann meine Gasteltern heim und brachten die Kids glücklicherweise schnell zur Ruhe.

Meinen Tag beendete ich dann damit einen kleinen Spaziergang durch die Dünen neben der Hotelanlage zu machen, den schwarzen Wellen beim brechen zu zuhören und die unendlichen Sterne über dem Meer zu beobachten!

 

Alles in allem hatte ich also einen WUNDERvollen Tag und bin allem dankbar, was mich dorthin geführt hat! 🙂

Bis zum nächsten Mal!

 

 

Eure Anna

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Anna Langschwert

Hallo! Ich bin ein abenteuerlustiges und vielleicht ein bisschen verrücktes 19-jähriges Mädchen und lebe im Moment in Kanada, um dieses wunderschöne Land zu bereisen und zu überlegen, was ich ab 2016 studieren will. Ich freue mich, wenn du mich auf meinen Abenteuern begleitest. Alles Liebe Anna :)

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