Plötzlich Whistler!

Ich sitze im Bus von Vancouver nach Whistler. Wie konnte das so schnell passieren?

Vor einem Monat noch habe ich von meinem Alltag als Au Pair geschrieben und habe gestern noch – bis auf die Tatsache, dass ich alle meine Sachen eingepackt habe – meine alltägliche Arbeit erledigt, mit den Kids gespielt und die Küche aufgeräumt. Ich weiß, dass meine Gastkinder jetzt schon im Bett liegen, meine Gastmama wahrscheinlich lesend auf dem Sofa sitzt und mein Gastvater Langlaufen ist. Als ich heute Mittag mit meinen beiden Au Pair Freundinnen an der Greyhoundstation in Kelowna stand, meiner Gastfamilie auf Wiedersehen gesagt hatte und während meiner ersten Busfahrt von Kelowna nach Vancouver, habe ich nicht realisiert, dass meine Zeit in Kelowna JETZT vorbei ist.

Bis gerade eben, als ich aus dem wunderschön nächtlich glänzenden Vancouver herausgefahren bin. Ich habe jetzt niemanden mehr für den ich Verantwortung tragen muss, um den ich mich kümmern muss oder mit dem ich meine Planungen absprechen muss. Ich bin jetzt endgültig und nur für mich selbst verantwortlich. Ich werde viele neue Erfahrungen sammeln, ob ich will oder nicht, viel lernen und tolle Dinge erleben, da bin ich mir sicher! 🙂

Mein neues Abenteuer wird damit beginnen, dass ich von meiner neuen Zimmergenossin an der Greyhoundstation in Whistler abgeholt werde und mir einen Job suchen muss. Ich freue mich schon da drauf. 😉

 

Der restliche Tag heute, war chaotisch, langweilig, angsteinflößend, erfahrungsreich und super schön! Chaotisch war mein Morgen, mit kurzen Verabschiedungen von den Kids, packen, putzen und letzten Dingen erledigen. Mit sehr gemischten Gefühlen musste ich mich dann von meinen Mädels verabschieden und Kelowna im Schneetreiben verlassen. Angsteinflößend wurde es dann, als der Bus nach Kelowna über einen Pass musste und ein so heftiger Schneesturm um uns herum wütete, dass die Straße kaum schneefrei war. Der Busfahrer muss allerdings aus Alberta gewesen sein, denn er fuhr ohne sich irgendwelche Gedanken über das Wetter zu machen durchgängig am Speedlimit. (Warum aus Alberta? Einwohnern aus dieser Gegend Kanadas wird nachgesagt, dass sie immer und überall hinfahren. ^^) Sobald wir über den Pass waren wurde das Wetter besser und der Schnee und die Höhe der Berge um den Bus herum, nahm nach und nach ab, je näher wir der Küste und Vancouver kahmen. In Vancouver regnete es typischerweise und ich wartete erst einmal etwas in der Busstation, bevor ich mich mit 60-Liter-Rucksack, Daypack und Schitasche, auf den Weg machte, um etwas zum Abendessen zu finden. Gott sei Dank, liegt die Bus- und Zugstation sehr zentral, sodass ich sofort ein interessantes Koreanisches Imbiss entdeckte, dass Reisburger verkaufte. Ich hatte also sehr scharf eingelegtes Hühnchen mit Salat, Tomaten, Mais, Ananas und Avocado zwischen zwei aus klebrigem Reis geformten „Brot“-Hälften und habe es sehr genossen. Die Tatsache, dass in Vancouver 40% der Einwohner asiatisch-stämmig sind, wurde mir dadurch sehr deutlich!

Alles in allem, habe ich den Tag bis jetzt aber sehr genossen, trotz der insgesamt 10 Stunden und 15 Minuten Reisezeit und freue mich auf meine Ankunft in Whistler, von der ich natürlich ganz bald berichten werde.

 

Alles Liebe! 🙂

 

 

Eure Anna