Let’s go Rockets!

Am Dienstag war ich bei meinem ersten Eishockeyspiel! 🙂

 

Am Anfang dachte ich der Abend wir ein volles Desaster, weil die beiden deutschen Mädels, mit denen ich hier meine meiste freie Zeit verbringe, sehr kurzfristig abgesagt hatten und ich kein Auto zur Verfügung hatte. Gott sei Dank, hatte ich aber schon vorher in einer Facebookgruppe angefragt, ob jemand mit uns zu dem Spiel gehen will und so lernte ich an dem Abend das australische Au Pair Sam kennen, die sogar noch weniger verstand von dem Spiel, als ich. ^^

Da ich kein Auto hatte, nahm ich dann zum ersten Mal den Bus, was ich bisher immer vermieden hatte, da die öffentlichen Verkehrsmittel zwar pünktlich, aber sehr selten erscheinen und es nur sehr wenige Bushaltestellen und -Linien gibt. Zu meinem Glück, konnte mich meine Gastmutter direkt an der Bushaltestelle absetzten und ich musste nicht einmal bezahlen, da ich kein Kleingeld hatte und die Busfahrer nicht wechseln können oder dürfen.

Sehr erleichtert, dass nichts schief gegangen war, stieg ich 25 Minuten später in der Nähe des Prospera Place, dem Stadium der Kelowna Rockets, aus dem Bus und traf kurz darauf auf Sam. Beim Warten am Ticketschalter ging es dann – typisch Au Pair Mädchen – gleich los mit dem Geschnatter über die Hostfamilien und -Kinder. Kaum hatten wir die Karten und unsere Plätze gefunden, ging es auch schon los mit einer kleinen Show, bei der die Spieler aus einem aufblasbaren, blauen Drachen auf das Eis sprangen. Anschließend stellten sich die beiden Mannschaften (die Gegner waren die Red Deer Rebels) an der Mittellinie auf und eine Dame kam auf das Eis um die kanadische Nationalhymne zu singen, bei der alle Spieler und Zuschauer im Stehen inbrünstig mit sangen. Ich habe zwar fast gar nichts verstanden, weil ich den Text nicht kenne, aber es war sehr schön ein Teil von diesen Menschen zu sein, die alle so stolz auf ihr Land sind.

Mein Ticket

Während der ersten Periode, hatte ich keine Ahnung von den Spielregeln, da Sam aber auch nichts verstand, haben wir uns einfach gemeinsam über die, als super freundlich bekannten Kanadier lustig gemacht, die auf dem Eis so gar nicht nett zueinander sind. Die Jungs haben sich nämlich andauernd gegenseitig in die Seitenwände gerammt und sich mit ihren Hockeysticks zum Fallen gebracht. Für die anderen Zuschauer, war das völlig normal, aber wir sind jedes mal zusammen gezuckt, wenn wieder einmal zwei Gesichter an der Plastikfront zwei Meter vor uns plattgedrückt wurden oder der Puck mit einem lauten Knall gegen die Scheibe flog. Da wir in der zweiten Reihe saßen und die Rockets ein Jugendteam voller endpubertierender Jungs ist, war das natürlich ein noch extremeres Erlebnis.

Nach und nach verstand ich die Regeln und konnte auch dem schnell hin und her flitzendem Puck mit den Augen folgen. Auch das Ständige wechselen der Spieler machte irgendwann Sinn und verwirrte mich nicht mehr, was das ganze Spiel viel spannender machte. Sam verstand leider gar nichts und hatte kaum Spaß, leider konnte ich ihr aber auch kaum selbst erklären was ich verstand, da sie genauso wie ich Probleme habe ihren Akzent zu verstehen. ^^ Trotzdem war es schön jemanden zu reden in den Spielpausen zu haben und jemand neuen kennen zu lernen!

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Apropos Spielpause. In den zwei Pausen zwischen den drei Perioden des Spiel wird zum einen das Eis frisch hergerichtet und zum anderen, wurden kurze Spiele und Rätsel vorgeführt. Subway sponserte zum Beispiel ein Spiel bei dem zwei Team zu je zwei Männern in Brotkostümen gegeneinander antraten. Eines der Brote musste auf dem Boden liegen und die Person in dem anderen Brotkostüm musste auf dem Eis verteilte Gemüsestücke einzeln aufsammeln und zu der anderen Person bringen. Natürlich war es sehr lustig zu zu sehen, wie die Männer in ihren lächerlichen Kostümen über das Eis rutschten, hinfielen und sich am Ende auf einander schmissen, um ein Sandwich zu bilden. Da werde ich sicher dran denken müssen, wenn ich das nächste mal ein Sandwich esse. 😉

Nach der ersten Periode stand es 1:0 für die Rockets, bevor die Rebels in der zweiten Periode mit 1:1 aufholten. In der letzten Periode ging es, besonders nach dem dritten Tor der Rockets verrückt her. Die Spieler krachten immer öfter in die Seitenwände (wir hatten uns mittlerweile schon daran gewöhnt ^^), es gab richtige Stockkämpfe um den Puck, wenn er an der Wand lag und zwei Spieler landeten so unglücklich auf einem der vier Schiedsrichter, dass dieser einige Minuten lang auf dem Boden lag und nicht mehr am Spiel teilnehmen konnte. Kurz darauf flog ein Puck so hoch, dass er in dem Netz über der Glaswand, die uns schütze, landete und dahinter hinausfiel. Der Mann in der Reihe vor uns freute sich darüber, ganz im Gegensatz zu zwei Spielern, die aufeinander losgingen, sodass einer seinen Helm verlor und beide Teams und alle drei übrig gebliebenen Schiedsrichter dazwischen gehen mussten, um den Streit aufzulösen. Beide Spieler mussten dann auch noch 2 Minuten lang in die Auszeit, bevor sie wieder spielen durften.

Kurz darauf mussten Sam und ich leider gehen, weil sie ihren Bus nicht verpassen wollte und ich von meinem Gastvater, der Langlaufen war, vor dem Stadium abgeholt wurde. Die letzten 5 Spielminuten verpasste ich nämlich gerne dafür, dass ich den Bus nicht nach Hause nehmen musste. Außerdem veränderte sich im Nachhinein sowie so nichts mehr beim Spielstand und die Rockets gewannen! 🙂

Alles in allem, war das also eine sehr kanadische Erfahrung, die ich über aus genossen habe! Wenn ihr mehr über die Kelowna Rockets lernen wollt, könnt ihr euch hier die DEUTSCHE Wikipedia-Seite über das Team durchlesen.

Bis zum nächsten Mal. 😉

 

 

Liebe Grüße

Anna

 

Abenteuer Alltag

5 Monate bin ich heute schon in Kanada und bei meiner geliebten Gastfamilie – 5 MONATE! Es kommt mir vor wie 2 Wochen! 🙂 Und ich habe nur noch 2x 2 Wochen hier, um all die Dinge zu tun, die ich schon die ganzen vergangenen Monate machen will, wie zum Beispiel ein Eishockey Spiel ansehen und mit meinen Freudinnen ins Kino gehen!

Im Moment ist mein Leben dazu noch ein wenig planlos, da meine Idee einen Monat länger hier in Kelowna zu bleiben, etwas kompliziert umzusetzen ist. Sobald ich aber einen genaueren Plan habe erfahrt ihr davon! 🙂
Heute soll es erst einmal über mein Leben in den letzten Monaten hier gehen, denn seit ich mit den täglichen Berichten Ende September aufgehört habe, habe ich ja nur über besondere Erlebnisse geschrieben, wie Thanksgiving in Alberta, das erste Mal Schifahren, Weihnachten und Hawaii. Aber mein Leben hier ist zu einem richtigen Alltag geworden der, seit wir das über Weihnachten vermietete Apartment in Silver Star wieder haben, etwa so aus sieht:

Montag bis Freitag:

06:45 aufstehen
07:15 Kids Lunch vorbereiten und frühstücken
08:00 Kids zur Schule bringen
08:30 Hausarbeiten machen, skypen, rumgammeln, Dinge für mein Studium recherchieren, ESSEN, Sport
14:20 Kids von der Schule abholen
15:00 Kids zu ihren Aktivitäten fahren
16:30 Beim Abendessen machen helfen oder selbst kochen
17:00 Abendessen
17:30 Abspülen
18:00 Wäsche falten oder in meinem Zimmer rumgammeln
21:30 Spülmaschine ausräumen
22:00 lesen, Fernsehen, schlafen

Ausnahmen sind nur Mittwoch und Freitag. Mittwochs treffe ich mich fast immer mit zwei anderen deutschen Au Pairs aus Kelowna zum joggen oder Kaffee trinken und mache deshalb kaum Hausarbeiten am Vormittag und am Nachmittag haben die beiden älteren Kids keine Aktivitäten, also spiele ich viel mit ihnen. Freitags geht es gleich nach der Schule in das Apartment in Silver Star, wo dann alle Lebensmittel ausgepackt werden und je nach Wetter und Lust und Laune etwas im Dorf von Silver Star unternommen wird oder ein Film angesehen wird.

Samstag:

07:00 aufwachen und fernsehen für Kids
07:30 frühstücken und fertig machen zum Schifahren
08:30 Schifahren
11:30 Mittagessen
12:00 Schifahren
15:30 Snack, im Apartment rumgammeln, mit den Kids spielen
17:00 Abendessen
17:30 Abspülen
18:00 Tubing oder Schlittschuh fahren
19:00 Hot Tub, duschen und Kids Bett fertig machen
20:00 lesen, Fernsehen, Internet für YouTube Videos ausnutzen
21:00 Spülmaschine ausleeren
21:30 lesen, Fernsehen, Internet für YouTube Videos ausnutzen 😉

oder ab 19:00 mit anderen Au Pairs im Dorf unterwegs sein

Sonntag:

07:00 aufwachen
07:30 frühstücken und fertig machen zum Schifahren
08:30 Schifahren
10:00 die beiden jüngeren Kids beim Schiverein abgeben
11:30 Mittagessen
12:00 Schifahren
14:00 Snack, Lebensmittel einpacken, Küche/Bäder/Böden putzen
15:30 Kinder vom Schiverein abholen
16:00 Rückfahrt nach Kelowna
17:30 Abendessen
18:00 Abspülen
18:30 duschen
21:30 Spülmaschine ausräumen
22:00 lesen, Fernsehen, rumgammeln

 

Wie man unschwer erkennen kann, habe ich in den letzten Monaten viel Zeit gehabt, um über mein Leben und was ich machen will nachzudenken. Ich habe es aber mittlerweile schon ein bisschen satt, so viel ungeplante Freizeit zu haben. Besonders an den Vormittagen unter der Woche, habe ich oft circa eine Stunde lang Zeit, in der ich es weder schaffe einen vernünftigen Blogeintrag zu schreiben, noch etwas für meine Reise nach Montreal zu planen. Auch wenn ich mal mehr Zeit habe, kann ich mich meistens nicht spontan mit anderen Au Pairs treffen, da die entweder kleine Kinder haben und deshalb am Vormittag dauerbeschäftigt sind oder ich kein Auto habe, um in der Stadt herum zu fahren und jemanden zu treffen.
Natürlich übertreibe ich hier, wie gewöhnlich bei Dingen, die mich nerven oder aufregen etwas und muss auch zu geben, dass ich oft zu faul bin, um wirklich mit allen Mädels hier in Kontakt zu bleiben und zu versuchen einen Termin zu finden, um sich zu treffen, aber trotzdem ist das manchmal wirklich blöd…

Wegen dieser planlosen Lebensweise (die so gar nicht Deutsch ist ^^) und der Tatsachen, dass ich meistens nicht mal 2 Tage im Voraus planen kann, freue ich mich natürlich jede Woche umso mehr auf den Mittwoch, an dem sich unsere Gastfamilien darauf eingestellt haben, dass wir drei Au Pairs etwas Zeit und Autos brauchen, um uns zu treffen, denn wir leben quasi an drei entgegengesetzten Enden der Stadt. 😉 Und auch die Wochenende machen mir immer sau viel Spaß, denn ich kann nicht nur Schifahren, sondern treffe auch meistens noch ein Au Pair aus Vernon oder die beiden Mädels aus Kelowna, die auch mit ihren Gastfamilie nach Silver Star kommen. Außerdem habe ich vor zwei Wochen, durch eines der Au Pairs aus Kelowna, eine Schwedin kennen gelernt, die in einem Café im Silver Star Dorf arbeitet und mit der ich zum Beispiel letzten Samstag essen und anschließend in dem Hostel in dem sie lebt, etwas trinken war. Dort habe ich auch mal wieder festgestellt, dass mir das hin und wieder „jung und verrückt sein“ sehr fehlt, denn ich gehe eigentlich nie abends aus, weil ich ja noch nicht 19 bin. Andererseits, bin ich aber auch wirklich dankbar dafür, dass ich meine Gastfamilie, als neue Familie und wegen meinem eigenen, riesigen, drogenfreien, sauberen Zimmer und die Möglichkeit jedes Wochenende Schifahren zu gehen habe, was die Schwedin vom Leben im Hostel kein bisschen behaupten kann. 🙂

 

Für meine letzten Wochen hier, will ich deshalb versuchen alles aus meinen Tagen heraus zu holen: Alle Aktivitäten organisieren, die ich noch machen will, einen Plan für den März finden, die Zeit mit meiner neuen Familie genießen, sau viel Spaß haben und einfach das Leben, diese besondere Zeit hier und die Tatsache, dass ich in Kanada bin, zu genießen, sodass ich wirklich sagen kann: „Dieses Jahr, war das beste Jahr meines bisherigen Lebens, ich freue mich auf weitere solcher Abenteuer!“ 😀

 

Danke für’s lesen und teilhaben an meinen Abenteuern! 🙂

 

 

Alles Liebe eure Anna

 

 

P.S. Hier noch ein paar Bilder von den letzten Wochen. 🙂