Alberia #5

„Finale – ooohhhooo“! 🙂

So da bin ich mal wieder, um euch nun endlich von meinem letzten Tag in Alberta und der Heimfahrt zu erzählen.
Ich weiß noch ganz genau, dass ich an dem Tag relativ enttäuscht war, von dem was eigentlich passiert ist, weil es im Vergleich zu den Tagen davor in Banff einfach etwas ganz anderes war und alles eher ruhiger angegangen wurde, was ich von Familienfeiern gar nicht kenne, denn bei uns ist es eigentlich immer hektisch. 😉 Aber im Nachhinein finde ich, hat sich die Fahrt zur Familie sehr gelohnt, nicht nur für meinen Geldbeutel, sondern auch, weil ich die Großeltern kennenlernen durfte und diese ganz andere Seite von der Natur in Alberta nochmal richtig genießen konnte. Aber jetzt mal alles der Reihe nach. 🙂

Ich habe mir meinen Wecker auf 7:00 Uhr gestellt, einer Zeit bei der normalerweise alle drei Kinder schon verrückt spielen und das ganze Haus auf den Kopf stellen, da aber noch keiner wach war, habe ich mich wieder hingelegt. Circa 2 Stunden später, als alle schon mit dem Frühstück fertig waren, wurde ich von meiner Großen mit der Frage aufgeweckt, wie lang ich denn noch schlafen will. Die Kinder können sich halt einfach nicht vorstellen, wie es ist bis um 1 wach zu bleiben und dann ausschlafen zu wollen. ^^

Nach dem Frühstück haben die beiden kleinen draußen gespielt und ich habe ein bisschen bei den Essensvorbereitungen geholfen. Allerdings war kaum etwas zu tun und wegen sehr starkem und kaltem Wind, war das Spielen auch schnell vorbei und ich wurde zu Entertainerin. Bis zum Mittagessen, bin ich dann also zwischen Kicker, 1000-Teile-Puzzel und Küche hin und her gelaufen, um eine „richtige“ Beschäftigung zu finden, was aber nicht wirklich geklappt hat und deshalb sehr langweilig für mich war.

Zu Mittag hin wurde dann alles etwas angenehmer, weil es dann wirklich ein bisschen was zu schnipseln und vorbereiten gab und wir einen Spaziergang in den „Ortskern“ von Black Diamond gemacht haben. Downtown Black Diamond ist eigentlich eine längere Straße an der sich circa 10 Gebäude befinden, darunter ein Café, 2 Galerien, ein Geschäft für Seifen und sogar ein Hotel! Außerdem gibt es in dem 1900 ALTE-Seelen-Dorf noch eine Grundschule, eine Highschool, ein Schwimmbad und ein Krankenhaus. Von der Galerie, die wir angesehen haben war ich total beeindruckt, denn es wurden wunderschöne Bilder von Künstlern aus der Gegend ausgestellt, die natürlich auch alle sehr von der Natur hier angetan sind. Neben verschiedensten Himmels- und Landschaftsdarstellungen, gab es auch noch riesige Bilder von Pferden, die hier gerne auf den Farmen gehalten werden, außerdem sehr kreative Töpferwaren und Kleidung aus Angorawolle.
Zurück im Haus der Großeltern gab es Mittagessen und einen Kurzausflug in das Café, in dem die Kinder Vanilleeis mit einem Softdrink gemischt hatten – sehr süß aber irgendwie cool und das Café hat mir auch richtig gut gefallen, vor allem wegen den alten, noch funktionierenden Jukeboxen. (Heißen die so? Ich bin mir nicht sicher.) Danach sind die Kinder, die Mutter und ich in den Nachbarort (mehr als 30 Minuten Fahrzeit entfernt!) gefahren um vor dem großen Abendessen noch etwas zu schwimmen. Warum wir nicht in das Schwimmbad in Black Diamond sind? Ganz einfach: die Kinder waren dort schon am Tag zuvor und das Schwimmbad, das wir besuchten war zum einen am Sonntagvormittag kostenlos und zum anderen gibt es dort ein Seil, an dem man über das Becken schwingen und sich dann hineinfallen lassen kann. Obwohl das Schwimmbecken also total überfüllt war, hat es ALLEN sehr viel Spaß gemacht. 😉

Da die Autofahrt zum Schwimmbad und wieder zurück relativ lange gedauert hat, waren schon alle Verwandten da, als wir wieder kamen. Nach und nach lernte ich dann die Halbgeschwister meiner Gastmutter und ihre Familien kennen. Leider war ich aber etwas außen vor, denn nur ein Mädchen war in meinem Alter und sie hatte ihren Freund dabei und war also beschäftigt. Auch meine Hostkids waren jetzt voll und ganz mit ihren neuen Spielkumpanen beschäftigt also hatte ich etwas Zeit für mich, habe weiter gepuzzelt und Tagebuch geschrieben – bis es endlich Zeit für das Abendessen war. 🙂
Und das war so lecker! Alles war aufgereiht auf der Kücheninsel, wie eine Art Buffet und es gab natürlich Truthahn und dazu verschiedene Pürees und Salate, aber auch selbst gekochter Schinken, die Truthahnfüllung und Brot. So lecker das Essen auch war, mit einem typisch deutschen Weihnachtsessen konnte das Essen nicht mithalten, weil alle sehr verteilt im Wohnzimmer saßen und nicht gequetscht an einem großen Tisch. Die Kinder saßen auf Hockern um die Kücheninsel, ein Teil der Familie um den großen Esstisch und ich und ein paar andere saßen auf den Sofas mit Miniaufklapptischen vor uns, also ganz angenehm zum essen, aber nicht sehr unterhaltsam, da jeder auf einem anderen Sofa oder Sessel und in circa 2 Metern Entfernung zum nächsten saß – ein sehr komisches Gefühl… Nach dem Abendessen fing dann ein sehr wichtiges Spiel der „Blue Jays“, einer Baseballmannschaft, an, das mich bis zum Nachtisch unterhielt. Mittlerweile verstehe ich auch schon die meisten regeln, verstehe aber immer noch nicht den Hype um diesen Sport, der meiner Meinung nach mehr aus disskutieren und Herum-Stehen besteht, als aus dem eigentlichen Laufen oder werfen. Aber das ist meine Meinung im Moment, vielleicht werde ich ja noch ein riiesen Fan. ^^ Aber zurück zum Schokokuchen und Pumpkinpie, die es zum Nachtisch gab und die einfach nur delicious waren. 🙂

Nach dem Abendessen, habe ich geholfen die Küche aufzuräumen, bei WiiSports zugesehen, gelesen und bei Gesprächen anderer Menschen zugehört, während die meisten Männer und meine Gastoma das Baseballspiel ansahen und die Kinder sich selbst beschäftigten. Im Laufe des Abends haben sich dann auch nach und nach alle Besucher verabschiedet und meine Kinder in Bett geschickt. Also habe ich selbst noch etwas auf der Wii gespielt und bin dann auch ins Bett gegangen und damit war das Thanksgivingdinner für mich auch vorbei. 🙂

 

Ich hoffe ich habe jetzt meinen Tag nicht zu langweilig zu beschreiben, euch aber etwas verdeutlicht, wie ich mich gefühlt habe, so umgeben von einer fremden Familie an einem Familienfest, das sich nicht wie eines angefühlt hat… Jetzt aber weiter zu dem Tag meiner Abreise!

 

 

Am nächsten Morgen sind wir relativ früh aufgestanden, haben gefrühstückt und die Reste vom Vortag als Brotzeit eingepackt, bevor wir den Großeltern auf Wiedersehen gesagt haben und uns wieder ins Auto gesetzt haben. Dann ging die Fahrt los – wieder in Richtung der Berge, die man sonst immer nur von weitem bewundern konnte. Nach und nach wurden die Hügel um uns herum also wieder höher und das Licht dunkler, denn kaum waren wir wieder in den Rockys und umgeben von den hohen dunklen Bergen fing es an richtig stark zu stürmen und zu regnen. Ich war wirklich froh, das ich die Strecke nicht selbst fahren musste und mir stattdessen die Berge ansehen konnte. Eine gewisse Zeit lang konnte man sogar am Rande der Wolkengrenze sehen, wie der Regen auf der Höhe als Schnee auf die Spitzen der Berge fiel – unglaublich beeindruckend!

Die gesamte Rückfahrt war nicht mehr so spannend für mich, wie die Hinfahrt aber natürlich trotzdem noch wunderschön. 🙂 Genauso wie die Natur änderte sich auch das Wetter, als wir in die Valleys, also die niedrigere Berggegend kamen, die von Seen und kleinen Dörfern bestimmt wird und in der auch Kelowna liegt. Zuhause angekommen haben wir gleich das Auto ausgeräumt und geputzt, sowie Essen eingekauft und zu Abend gegessen, denn alle waren sehr müde und erschöpft von der langen Fahrt.

Damit war mein langes Thanksgivingwochenende auch vorbei und der Alltag hat wieder begonnen. Ich bin wirklich dankbar, dass ich das alles so erleben durfte und, das ich hier sein darf und tolle Menschen und Erfahrungen mache, das ist mir total klar geworden in den Tagen.

 

Ich hoffe euch hat diese Serie gefallen und ihr freut euch auf meinen nächsten Bericht über heute – HALLOWEEN! Ich bin schon sehr gespannt. 🙂

Ich freue mich über euer Feedback!

 

 

Alles Liebe eure Anna