Ein paar Gedanken

Eine Freundin von mir ist als Au Pair in Neuseeland und circa 2 Woche vor mir abgereist. Als ich ungefähr einandhalb Wochen hier war, haben wir ein paar Gedanken über den Block und die Erfahrungen der anderen ausgetauscht und sie meinte, dass sie es lustig findet, dass ich alles noch so neu und besonders empfindet, was für sie schon Alltag war. Außerdem meinte sie, sie würde das ihrer Gastfamilie schon als ihr Zuhause sehen. Ich habe in dem Moment gedacht: “Ich habe mich doch selbst schon total an das Leben hier gewöhnt und bin schon voll im Alltagsleben drin, aber ich werde sicher nicht behaupten, das das Haus in dem ich jetzt lebe mein ZUHAUSE wird.

 

Heute war ich zwei fremden Häusern, (warum erzähle ich euch noch) und habe  festgellt, dass ich jetzt anders denke.

Zum einen ist es für mich unglaublich selbstverständlich geworden, mich in ”unserem” Haus zu bewegen, dass ich es quasi als mein Zuhause beschreiben würde, so wie ich es auch in den bisherigen Blogeinträngen immer gemacht habe. 😉 Aber es wird niemals mein “dahoam” sein, denn das ist nur das Haus in dem ich aufgewachsen bin, das ich dem kleinen, aber wirklich feinen Dörfchen Kirchheim, im schönen Bayern, in Deutschland liegt. Mein Zuhause ist also ein Heim in dem ich mich wohl, geborgen, geschützt und geliebt fühle, aber meine Heimat ist der Ort, wo ich herkomme und wo ich meine Kindheit verbracht habe. Ich wollte auch immer, das unserer Haus vermietet wird, wenn wir alle ausziehen und nicht verkauft, nur wusste ich nie wirklich warum – jetzt wissen wir’s. 😉

Zum anderen gibt es für mich keinen “Alltag”, denn all das Alltägliche, wie zum Beispiel das Essen, varriiert jeden Tag und jeder Tag ist irgendeiner Art und Weise besonders. Das wird mir vor allen Dingen durch das Blog schreiben unglaublich bewusst, denn auch wenn ich meinen Tag eigentlich richtig langweilig fand, versuche ich ihn immer möglichst spannend und lustig für euch zu beschreiben und habe danach auch immer eine gute Laune, wenn ich ins Bett gehe, es gibt mir so viel wenigstens ein paar meiner unzähligen täglichen Gedanken festzuhalten. Danke das du dich dafür interessierst! 

 

So und jetzt mal zu meinem besonderen Alltag, denn heute ist ja Samstag, also ein Aus-der-Reihe-tanz-Tag. Als ich aufgestanden bin, war mein kleiner im Nebenzimmer schon am PS3 spielen (typisch kanadisch: Hockey ?) und ich habe mich erstmal dazu gesetzt und habe nachgesehen, was meine Lieben interessant genug fanden, um es in der Zeit, in der ich geschlafen habe, in die sozialen Netzwerke loslassen zu müssen. 😉 Dann habe ich gefrühstück und Wäsche gefaltet – 2 Ladungen hintereinander… Bevor am Nachmittag 2 Freundinnen meiner Kleinen zum Spielen vorbeikamen, habe ich noch die Küche sauber gemacht und mein Bad geputzt. Neben dem Höllenlärm, haben die Mädels noch Rise Krispie Bars (geschmolzene Butter und Marshmallows mit einer bestimmten Kelloggssorte) gemacht, also sie haben es versucht, aber da flüssige Marshmallows zu mixen und umfüllen eine riesen Sauerrei machen, habe ich mit der Großen die meiste Arbeit gemacht und auch am meisten gegessen – Zucker kann wirklich so gut schmecken! ^^

Als der lärmende Haufen dann aufgelöst war, haben wir uns auf den Weg zu Nachbarn gemacht, die eine Grillparty veranstaltet haben. Das war das erste Haus, das ich heute bestaunen durfte und ich war “kind of” überwältigt, denn ich liebe modern und besonders eingerichtete Häuser, war aber bisher in keinem dieser Kataloghäuser drin. Dieses Haus war aber nicht nur ein Kataloghaus, sondern man hat auch  gemerkt, dass eine aktive 6-köpfige Familie plus Hund darin wohnt und die Unordnung trotzdem mit der einfachen, klaren und bestimmt teuren Einrichtung harmoniert. Ich habe ja schon lange beschlossen, dass ich so ein Kataloghaus haben will, (habt ihr vielleicht schon an meinen ausschweifenden Schwärmereien gemerkt :P) aber jetzt weiß ich auch, dass das auch mit Kindern super passt. Ach ja und der Blick auf die Berge (Craword ^^) direkt aus dem Wohnzimmer, ist auch nicht schlecht. 

Leider konnte ich nicht länger im Katalog bleiben, denn ich bin gerade beim babysitten (fremdes Haus Nummer 2), bei einer der Freundinnen von der Kleinen und ihren beiden großen Brüdern. Wir haben die kanadische Version von ‘Ochs am Berg’ gespielt, gegrillt und zu Abend gegessen. Dann haben die Kinder sich von selbst fertig gemacht (manche Dinge klappen bei der kanadischen Erziehung einfach besser, als bei der deutschen ^^) und wir haben zum Abschluss den Film Planes angesehen. Genauer gesagt hat ihn eigentlich nur der Älteste ganz gesehen, denn ich habe alle halbe Stunde eines der Kinder ins Bett gebracht. Ja und jetzt schreibe ich schon seit einer Dreiviertelstunde auf meinem Handy diesen Text und warte auf die Eltern. Sobald ich DAHEIM bin, stelle ich das hier dann online und schreibe wahrscheinlich noch kurz mit meiner Mami, denn sie hat bei euch schon Geburstag und ja sie erfüllt das volle Klischee: kleiner als der Mann (ein paar Zentimeter) und jünger (einen Tag)! Alles Gute zum Burzeldog! 🙂

 

Bis morgen dann mal wieder.

Eure Anna